Holz – ein lebendiger Werkstoff. Seine Reaktionen verstehen und richtig pflegen.
Haben Sie Risse, Farbveränderungen oder Flecken an Ihren Möbeln oder Ihrem Holzspielbereich bemerkt? Keine Sorge!
Holz ist ein natürliches, lebendiges Material. Es reagiert auf seine Umgebung (Feuchtigkeit, Temperatur, Sonne). Sein Aussehen verändert sich, ohne dass Festigkeit oder Qualität darunter leiden. So erkennen Sie, was normal ist und was Pflege benötigt.
Natürliche Phänomene (kein Mangel!)
Risse und Spalten
- Phänomen: Holz arbeitet
- Bei Trockenheit zieht es sich zusammen (Risse entstehen)
- Bei Feuchtigkeit quillt es auf (Risse schließen sich)
- Fazit: Vollkommen normal, die Stabilität bleibt erhalten
Wichtig: Keine Holz-Spachtel verwenden! Das verhindert die natürliche Bewegung und kann bei Feuchtigkeit zu Rissen führen.
Harzaustritt
- Phänomen: Bei druckbehandeltem Holz kann Harz an die Oberfläche treten.
- Lösung: Kein Problem. Vorsichtig mit einem stumpfen Werkzeug (Spachtel) entfernen, um das Holz nicht zu zerkratzen.
Grüne Flecken (Salzausblühungen)
- Phänomen: Kleine grüne Flecken? Keine Schimmelbildung! Meistens sind es Salze aus der Kesseldruck-Imprägnierung.
- Lösung: Leicht anschleifen – die Flecken verschwinden, das Holz sieht wieder wie neu aus.
Schwarz/braune Flecken (Oberflächenschimmel)
- Phänomen: Kleine bräunliche Flecken auf der Oberfläche.
- Lösung: Oberflächliche, mikroskopische Pilze. Einfach die betroffene Stelle kräftig abbürsten.
Durchmesseränderungen bei Rundhölzern
- Phänomen: Holz quillt oder zieht sich zusammen, wodurch sich der Durchmesser von Rundhölzern leicht verändern kann und kleine Spielräume bei Metallverbindungen entstehen.
- Hinweis: Nicht auffüllen! Das Holz braucht diesen Raum, um ohne Rissbildung zu arbeiten.
Vergrauung
- Phänomen: UV-Strahlung und Regen lassen Holz mit der Zeit silbergrau werden.
- Lösung: Wenn die Farbe nicht gefällt, einmal jährlich mit Holzaufheller behandeln, um die ursprüngliche Farbe wiederherzustellen.
Pflegeanleitung: 3 Schritte für perfektes Holz
Für optimal gepflegte Möbel empfehlen wir eine Pflege zweimal jährlich (Frühling und Spätsommer).
Schritt 1: Reinigung
Vor jeder Behandlung muss das Holz sauber sein. Warmes Wasser mit Schmierseife oder milde Seife verwenden. Mit Bürste reinigen (kein Hochdruck! Das beschädigt die Holzfasern). Gründlich abspülen und trocknen lassen.
Schritt 2: Renovierung / Aufhellen
Graues oder raues Holz leicht mit feinem Schleifpapier glätten. Mit Holzaufheller (meist mit Oxalsäure) die ursprüngliche Farbe wiederbeleben.
Alternativ oder zusätzlich: Holzsaturierer zur tiefen Pflege.
Schritt 3: Schutz / Ölen
- Um Holz vor Flecken und Witterung zu schützen, eine Schutzöl-Schicht (Leinöl, Teaköl…) mit Pinsel entlang der Holzfasern auftragen.
- Ideale Bedingungen: Holz muss vollständig trocken sein, nicht in direkter Sonne arbeiten, und in den nächsten 48 Stunden darf kein Regen fallen.
Nach der ersten Schicht kann eine zweite Schicht für optimalen Schutz aufgetragen werden.
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